Sportliche Betätigung ist auch für blinde und sehbehinderte Menschen gesund. Leider ist die Integration in Sportteams für Sehende oft eine allzu hohe Hürde. Das Torball und neu auch der Blindenfussball sind ausgezeichnete Mannschaftssportarten, welche speziell für blinde und sehbehinderte Menschen geschaffen wurden. Neben den vielseitigen Möglichkeiten für Individualsport geniessen diese beiden Disziplinen in unserer Institution einen hohen Stellenwert.

Was ist Torball

Torball ist eine Sportart für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie wird von zwei Mannschaften mit je drei Spielern und bis zu drei Ersatzspielern in Sporthallen gespielt. Das Spielfeld misst 16 x 7 m. Die Tore sind ebenfalls 7 m breit und 1.3 m hoch. Vor den Toren liegen jeweils drei Teppiche (2 x 1 m), welche lediglich zur Orientierung dienen. Es wird ein Klingelball verwendet, der während des Spieles von Hand unterhalb von drei über das Spielfeld gespannten Leinen hindurch geworfen werden muss. Um gleiche Bedingungen für alle Spieler zu schaffen, tragen alle eine Augenbinde (Dunkelbrille).

Ziel des Spieles ist es, den Ball so zu werfen, dass er die gegnerische Torlinie überquert, während die andere Mannschaft seitlich liegend versucht, den Ball abzuwehren. Klingt einfach? – Dem ist allerdings nicht so, wenn man bedenkt, dass man erst dann die Abwehrposition einnehmen darf, wenn der Ball die Hand des Werfenden verlassen hat. Zudem können die Bälle durchaus eine Geschwindigkeit von bis zu ca. 100 km/h erreichen, da bleibt oft nicht viel Zeit, um zu reagieren. Darum muss es während des Spiels in der Halle möglichst ruhig sein. Im nächsten Spielzug übernimmt die verteidigende Mannschaft das Angriffsspiel und die vorherigen Angreifer verteidigen ihr Tor.

Wird eine der drei Leinen vom Ball oder einem Spieler berührt, so gibt es einen Freistoss. Der Verursacher muss vom Feld gehen und seine Mitspieler müssen zu zweit den Ball abwehren. Jeder dritte Freistoss entspricht einem Penalty. Dies bedeutet, dass bei beiden Mannschaften nur noch eine Person auf dem Feld steht. Die reine Spielzeit dauert zwei mal fünf Minuten, wobei an einem Turnier mehrere Matches gespielt werden.

Beim Torball sind Attribute wie Athletik, Reaktion, Orientierung und Teamgeist von zentraler Bedeutung. Taktisches Feingefühl und die Fähigkeit, den Sehsinn durch Tasten und Hören zu ersetzen, sind essentiell.

Es finden pro Schulwoche zwei Torballtrainings statt. Unterstützt werden wir von der Schweizerischen Torballvereinigung (STBV) und dem Plusport Bern. Weitere Infos: www.stbv.info

Blindenfussball – was ist das?

Ein Ball, der rasselt, vier blinde Spieler im Feld, ein Torwart, der sehen kann und zwei weitere sehende Ansager am Spielfeldrand. Blindenfußball ist genauso rasant und spannend wie das Spiel Sehender.

Auf einem etwa 20 x 40 m großen Spielfeld funktioniert das Spiel der blinden Spieler durch gutes Gehör, Orientierungssinn, Körperbeherrschung und den engen Kontakt zum hörbaren Ball. Durch eine spezielle Lauftechnik bleiben Ball und Füsse bis zur Abgabe in Berührung. Die Torwarte, Trainer und ein hinter jedem Tor postierter Guide erleichtern mit Zurufen die Orientierung. Charakteristisch ist das Klopfen des Torwarts an die Torpfosten, wenn sich das Spiel vor seinem Torraum bewegt. Auch die Seitenbanden dienen beim Laufen als Orientierungshilfe. Es gibt keine Abseitsregel.

Die Spieler der Spitzenmannschaften erarbeiten sich in jahrelangem Training die Fähigkeit, den Ball über längere Strecken zu führen, Gegner anzudribbeln, Pässe zu spielen und unhaltbare Torschüsse zu platzieren.