Jahresbericht 2008

BERICHT DER STIFTUNGSRATSPRÄSIDENTIN

In meinem letzten Jahresbericht habe ich darauf hingewiesen, dass wir einige wichtige Pendenzen abgearbeitet haben und der Zukunft zuversichtlich entgegenblicken dürfen. Diese optimistische Prognose ist – dies darf ich gleich einleitend hervorheben – in Erfüllung gegangen.
Erfreulicherweise verfügten wir schon anfangs Jahr über ein gültiges Budget. Der Leistungsvertrag mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) traf nämlich bereits am 20. Januar 2008 unterzeichnet bei uns ein – viel früher als je zuvor! Allen Beteiligten, die dank grossen Anstrengungen zu diesem höchst speditiven Abschluss beigetragen haben, möchte ich an dieser Stelle meinen grossen Dank aussprechen.
Ebenfalls Ende Januar fand in unserer Institution das erste Audit durch die Verantwortlichen der GEF statt. Herr und Frau  Marti prüften unsere betrieblichen Qualitätsmerkmale und gewannen gemäss eigenen Aussagen einen sehr guten Eindruck von unserer Organisation. Positiv aufgefallen ist ihnen aber auch die offene und zuvorkommende Haltung zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die generell angenehme und freundliche Atmosphäre, die in unserem Hause herrscht. Die Institution hat die Feuertaufe somit glänzend bestanden, so dass wir dem nächsten Audit, welches in etwa drei Jahren stattfinden wird, gelassen entgegenblicken dürfen.
Erwartungsgemäss konnte der Stiftungsrat im Berichtsjahr die Neugestaltung der organisatorischen Unterstellungen und die daraus resultierenden Anpassung absegnen. Wir sind froh, dass diese Pendenz, welche unsere Institution seit geraumer Zeit beschäftigt hatte, nun erfolgreich erledigt worden ist. Das neue Organigramm wurde im Übrigen per 1. August in Kraft gesetzt.
Wie üblich können wir mit grosser Befriedigung auf unseren Mitarbeitertag zurückblicken. Wie schon im vergangenen Jahr standen am Morgen Besuche in den verschiedenen Abteilungen auf dem Programm, was den anwesenden Stiftungsräten einen beeindruckenden Einblick in die vielfältigen Angebote der Institution ermöglichte. Nach dem Mittagessen mit unseren «Zöglingen» und ihren Betreuerinnen und Betreuern fanden in einer kleinen, aber sehr engagierten Gruppe interessante Gespräche zu aktuellen Fragen des Institutsalltags und der Zukunft statt. Dieser bestens gelungene Anlass bot unter anderem auch die Möglichkeit des persönlichen Meinungsaustausches mit unseren geschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Trotz der guten Stimmung, die im Stiftungsrat seit Jahren herrscht, hatten wir im 2008 verschiedene Austritte zu verzeichnen: Nach fast 40-jähriger engagierter und äusserst erfolgreicher Tätigkeit zugunsten unserer Stiftung hat Herr Fürsprecher Otto W. Christen, unser routinierter und vitaler Vizepräsident, anlässlich seines 80. Geburtstags seinen Rücktritt aus dem Stiftungsrat per Ende 2008 erklärt. Die «Laudatio» bzw. den Rückblick auf sein positives Schaffen finden Sie in diesem Jahresbericht auf Seite 20 Ebenfalls Abschied nehmen mussten wir von Herrn Notar Hans-Rudolf Lüthi, unserem langjährigen und versierten Finanzkommissionspräsidenten und Kassier. Nach seinem Übertritt in den wohlverdienten Ruhestand hat er sich entschieden, nun seinem grossen Hobby zu frönen: Er will gemeinsam mit seiner Gattin etwas gegen das stets vorhandene Reisefieber unternehmen und inskünftig verschiedene Länder bereisen. Weitere Informationen zum erfolgreichen Wirken von Hans-Rudolf Lüthi sind auf Seite 21 nachzulesen. Last but not least muss ich auch den Rücktritt eines jüngeren Kollegen bekannt geben: Mit Herrn Dr. Martin Kocher, vormaliger Sekretär und langjähriges Stiftungsratsmitglied unserer Institution, hat uns nämlich ein weiterer Kollege mit einem immensen juristischen Wissen verlassen. Auch seinen Austritt, der aus beruflichen Gründen erfolgte, bedaure ich sehr, doch habe ich für seine Beweggründe volles Verständnis. Eine Würdigung seiner erfolgreichen Tätigkeit zugunsten unserer Institution finden Sie auf Seite 6. Ich möchte es nicht unterlassen, meinen drei austretenden Kollegen für ihr grosses und erfolgreiches Engagement zu Gunsten unserer Kinder und Jugendlichen sowie für die jederzeit äusserst angenehme Zusammenarbeit ganz herzlich zu danken. Ich wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute, insbesondere beste Gesundheit und «viu Gfröids» im Kreise ihrer Liebsten.
Erfreulicherweise darf ich Ihnen an dieser Stelle aber auch drei neue Stiftungsratsmitglieder kurz vorstellen:
An der Stiftungsratssitzung vom 3. April 2008 wurde Frau Dr. Corina Kläger in den Stiftungsrat gewählt. Frau Kläger kennt in ihrer Eigenschaft als Augenärztin unserer Institution den Betrieb und auch verschiedene Kinder unserer Schule bestens. Sie nimmt nun im Stiftungsrat die Funktion von Frau Dr. Denise Gränicher, die im 2007 ihre Demission eingereicht hatte, wahr. Anlässlich der Stiftungsratssitzung vom 18. September 2008 erfolgte die Wahl von Frau Rahel Leimer in den Stiftungsrat. Frau Leimer hat an der Universität Bern sowohl das Fürsprecher- als auch das Notariatspatent erworben. Sie wird in die Fussstapfen von Herrn Hans-Rudolf Lüthi treten und von ihm das Amt als Kassierin übernehmen. Ebenfalls neu in den Stiftungsrat gewählt wurde am 10. Dezember 2008 Frau Eva Bichsel. Sie studierte Mathematik und Informatik an der ETH Zürich, erwarb das Gymnasiallehrerpatent und ist Inhaberin einer Firma für Organisations- und Unternehmensentwicklung. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Frau Kläger, Frau Leimer und Frau Bichsel und heisse sie auch an dieser Stelle in unserem Kreise ganz herzlich willkommen.
Wie an dieser Stelle üblich, möchte ich allen, die sich im vergangenen 2008 für unsere Institution eingesetzt haben, ganz herzlich danken. Dazu gehören namentlich der Direktor, die Geschäftsleitung, das Kader und unsere geschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In meinen Dank einschliessen möchte ich ebenfalls die Mitglieder des
Elternrates, die Behördenvertreter sowie die Gönnerinnen und Gönner, welche unsere Institution in grosszügiger Art und Weise unterstützt haben. Ein ebenso grosser Dank gebührt meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Stiftungsrat. Nur dank der tatkräftigen Unterstützung und dem grossen Engagement unzähliger Beteiligter steht unsere Stiftung nach wie vor auf einem soliden Fundament. Ich schliesse deshalb diesen Jahresbericht mit einem
herzlichen «Merci viu mau»!
Vreni Augsburger-Herzig, Stiftungsratspräsidentin

BERICHT DES DIREKTORS

Getreu diesem Motto aus unserem Leitbild haben wir unsere laufenden Projekte im 2008 weitergeführt und zum Teil auch abgeschlossen. Die Wichtigsten seien hier kurz vorgestellt.
Das neue Schulmodell im Regelschulbereich konnte mit dem Schuljahreswechsel nach Plan eingeführt werden. Es hat sich im ersten Semester gezeigt, dass sowohl die Basisstufe als auch die individuellen Förderklassen die richtigen Antworten auf die zunehmende Vielfalt der Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler sind. Für sehgeschädigte Kinder ist die Musik ein Kulturgut besonderer Bedeutung, da der Zugang auch aktiv praktisch hindernisfrei möglich ist. Nachdem die Subventionsberechtigung zum Instrumentalunterricht mit dem Leistungsvertrag 2007 entfiel, ist es uns gelungen, zusammen mit der Trägerschaft ein neues Finanzierungsmodell einzuführen und damit die Weiterführung dieses wichtigen Angebots langfristig sicherzustellen. Gedankt sei an dieser Stelle ganz herzlich den Spenderinnen und Spendern, welche diesen Zweck auch im 2008 unterstützten.
Das selbständige Wohnen stellt für Sehbehinderte an der Schwelle zur beruflichen Integration eine hohe Hürde dar. Unser Internat führt deshalb Aussenwohngruppen für Jugendliche in der ersten beruflichen Ausbildung. Im 2008 haben wir neue und für diesen Zweck sehr geeignete Wohnungen bezogen und diese behindertengerecht eingerichtet. Hier hat uns der in seinem Fachgebiet über die Landesgrenzen hinaus bekannte Experte für Beleuchtungsplanung, Fritz Buser, hilfreich beraten und unterstützt.
Der Start in die NFA-Übergangszeit brachte für unseren Betrieb mit einem breiten Leistungsangebot und einem Einzugsgebiet, welches momentan 15 Kantone umfasst erwartungsgemäss einen überdurchschnittlich hohen Aufwand. Für jeden Kanton und für alle unterschiedlich finanzierten Angebote galt es, neue Abläufe einzuführen, wobei die medizinischen und die beruflichen Massnahmen sowie der Bereich Hilfsmittel und die Entrichtung der Hilflosenentschädigung nach wie vor in der Zuständigkeit der Invalidenversicherung verblieb. Der Übergangsprozess ist insgesamt gesehen bisher gut geglückt. Im Hinblick auf die definitive Umsetzung muss noch viel Arbeit geleistet werden und die NFA wird auch langfristig für unseren Betrieb einen permanenten administrativen Mehraufwand mit sich bringen. Umso mehr sind wir herausgefordert, die vorhandenen Mittel möglichst effektiv und effizient für die blinden und sehbehinderten Kinder und Jugendlichen einzusetzen. Das im Sommer 2008 eingeführte neue Führungsmodell reduziert unsere Führungsspannen auf vernünftige Einheiten und bietet somit optimale Voraussetzungen für einen guten Informationsfluss bei der Erarbeitung und Umsetzung unserer hohen Zielsetzungen.
Unser kostbarstes Gut liegt in der hohen Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Somit war es für uns selbstverständlich, vom 14. bis 18. Juli 2008 mit einer grossen Delegation am 34. Kongress der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik in Hannover teilzunehmen. Der Kongress, welcher in der Regel alle fünf Jahre stattfindet,
bot Gelegenheit, die neusten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis kennen zu lernen und Länder übergreifende Kontakte zu pflegen.
Viel Einsatz und allseitig hohe Flexibilität erforderte die Realisierung des Bauprojekts zur Erneuerung und Erweiterung des Schulhauses (Teilprojekt I) sowie des Umbaus Hauptgebäude und Verbindungsgang (Teilprojekt II). Die intensiven Bauphasen wurden in Rücksichtnahme auf den laufenden Betrieb in die Schulferienzeiten verlegt. Dieser ambitionierte Plan konnte weitgehend eingehalten werden. Trotzdem gehörten Lärm, Staub und Hindernisse zu häufigen Begleiterscheinungen, welche von Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitenden mit Geduld und in hoffnungsvoller Erwartung der Neuerungen getragen wurden. Zwei Hauptziele werden mit dem Bauprojekt angestrebt: Um den erhöhten Schulraumbedarf abzudecken, musste vor zehn Jahren ein provisorischer Pavillon auf dem Areal erstellt werden. Mit dem neuen Erweiterungsbau steht nun wieder genügend Unterrichtsraum zur Verfügung.
Seit Einführung des Angebots für mehrfachbehindert-sehgeschädigte Kinder und Jugendliche im Jahre 1984 sind die Anforderungen an die Behindertengängigkeit unserer Institution stetig gestiegen. Mit dem neuen Verbindungsgang und den drei neuen Liften wurde diese Anforderung nun erfüllt. Kleinere aber notwendige Projekterweiterungen haben im Wesentlichen zur Verlängerung der Bauzeit um ca. 6 Monate geführt. Bund und Kanton aber auch die Stiftung waren bereit, mit einem Zusatzbeitrag zur Verbesserung der Behindertengängigkeit und der Sicherheit beizutragen. Die Zusammenarbeit mit der Baukommission unter der Leitung von Herrn Peter Winter und mit dem Architekturbüro Rolf Mühlethaler hat auch im 2008 hervorragend geklappt. Dafür danke ich an dieser Stelle ganz herzlich! Bilder und weitere Informationen zum Bauprojekt finden Sie im Fachartikel dieses Jahresberichts.
Der Elternrat hat sich auch im Berichtsjahr als wertvolle Plattform für den Austausch zwischen Eltern und Institution erwiesen. Sowohl zum Umbau als auch zu anderen Neuerungen sind wichtige Rückmeldungen eingegangen und der Elternrat wurde über Ereignisse und Entwicklungen aus erster Hand informiert. Herr Hansjürg Schwander hat nach verdienstvollem Einsatz per Ende Jahr den Vorsitz abgegeben. Wolfgang Vogel wird im 2009 seine Nachfolge antreten. Mit Frau Stähli und Herrn Blösch konnten zwei Neumitglieder gewonnen werden.
Ein Höhepunkt bildete der Besuch des Schweizer Fernsehens DRS im Rahmen der Euro08. Der bekannte Sportmoderator Jan Billeter kommentierte die Sendung über unser internes Euro08-Studio und die Aktivitäten unseres Internats rund um die Euro08. Es war ein gelungener Beitrag für die Öffentlichkeit zur Bewusstmachung der Bedürfnisse aber vor allem auch der Möglichkeiten unserer Schülerinnen und Schüler.
Aus diesem kurzen Bericht über die wichtigsten Arbeiten und Ereignisse im vergangenen Jahr geht hervor, dass der Stiftungsrat und die Mitarbeitenden, aber auch Behörden, Partnerorganisationen sowie Spenderinnen und Spender im 2008 grosse Arbeit und viel Unterstützung geleistet haben. Dafür danke ich an dieser Stelle allen Beteiligten ganz herzlich!
Christian Niederhauser, Direktor

VERABSCHIEDUNGEN UND LAUDATIO

Laudatio zur Verabschiedung von Herrn Otto W. Christen, Fürsprecher, als Vizepräsident des Stiftungsrates anlässlich der Stiftungsratssitzung vom 10. Dezember 2008
Lieber Otto Ich habe die nicht ganz einfache Aufgabe, im Namen des Stiftungsrates einige Worte zu deiner Demission an dich zu richten. Wir wissen, dass dir der Abschied nach fast vierzig Jahren Engagement für unsere Stiftung sehr schwer fällt. Auch für uns und besonders natürlich für mich wird es seltsam sein, die künftigen Sitzungen ohne dich abzuhalten. Wir haben aber alle Verständnis dafür, dass du nach so vielen Jahren etwas kürzer treten willst. Ich wusste ja, dass du ausserordentlich viel für die Stiftung für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche Zollikofen geleistet hast, aber als es ans Zusammentragen der Fakten ging, war ich – man könnte beinahe sagen – überwältigt ob der Fülle des Materials. 1972 hast du dein Amt im Stiftungsrat des «Schulheim für Blinde und Sehschwache Zollikofen» als Staatsvertreter des Kantons Bern angetreten. Eines der ersten Geschäfte, womit du dich befassen musstest, waren Pläne für einen Neubau des Schulhauses und der Gruppenhäuser. Du siehst, der Kreis schliesst sich, denn auch auf der Traktandenliste der heutigen Sitzung – 38 Jahre später – ist ein Bericht zum laufenden Bauprojekt aufgeführt. Einige der dazwischen liegenden Meilensteine möchte ich im Rahmen dieser Verabschiedung herauspicken: 1974 wurde die Heim- und nur zwei Jahre später die Braillekommission gegründet. Knapp zehn Jahre später erlebtest du die Erweiterung unserer Institution durch die Eröffnung einer Abteilung für mehrfachbehinderte Kinder und die Einführung des ambulanten Dienstes. 1984, dem Jahr des Rücktritts von Marianne und Hans Wüthrich, erhielt die Stiftung ihren bis heute gültigen Namen. Ab 1990 beschäftigten dich die zahlreichen offenen Fragen rund um die Nachsorge-Einrichtung «Schäferei». Weitere Wegmarken waren in den folgenden Jahren die Sanierung der Wohngruppenhäuser, die Arbeit in der «Groupe de réflexion» zum radikalen Umbau unserer Strukturen, was 1998 zum Ersatz der Schul- und Heimkommission und der Einführung von Betriebs-, Bau- und Finanzkommission führte. Die Neustrukturierung der Stiftung erforderte die Erarbeitung neuer Statuten. Zusammen mit Hans-Ruedi Lüthi und Martin Kocher entwarfst du die neuen Grundlagen dazu und an der letzten Stiftungsratssitzung des 20. Jahrhunderts wurde das revidierte und modernisierte Vertragswerk in Kraft gesetzt.
Seit 1999 geniesse ich das Privileg, dich als Vizepräsidenten an meiner Seite zu wissen. Du warst ein ausgesprochen loyaler, kompetenter und bisweilen auch konstruktiv-kritischer Berater. Beharrlich halfst du mit bei der Lösungsfindung der vielfältigen Probleme eines derart komplexen Betriebes wie des Unsrigen. Dabei warst du stets offen für fortschrittliche Lösungen, immer unter der Voraussetzung des Machbaren. Für deine tatkräftige Unterstützung und deine Freundschaft möchte ich dir von ganzem Herzen danken. Du hast mich in all den Jahren kein einziges Mal im Regen stehen lassen. Die Stiftung verliert mit dir einen ausgezeichneten und erfahrenen Mitstreiter auf dem Gebiet der Blinden- und Sehgeschädigtenpädagogik. Wir haben enorm viel von deiner Erfahrung und deinem Wissen profitiert. Ich wünsche dir, auch im Namen des gesamten Stiftungsrates, alles Gute, insbesondere beste Gesundheit, damit du auch in Zukunft all deine Pläne
erfolgreich verwirklichen kannst!
Vreni Augsburger-Herzig, Stiftungsratspräsidentin

Verabschiedung von Herrn Hans-Rudolf Lüthi, Notar, als Mitglied und Kassier des Stiftungsrates
Im Jahr 1994 trat Hans-Ruedi Lüthi die Nachfolge von Frau Notarin Vivienne Köchlin- von Graffenried, die kurzfristig nach New York versetzt wurde, als Kassier und Stiftungsrat der Stiftung für Blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche Zollikofen an. Hans-Ruedi Lüthi brauchte keine lange Einführungszeit. Er stand als Notar mitten in der Materie und setzte sich von Beginn weg für die Interessen der Stiftung und der ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen ein. Nach der Neustrukturierung der Stiftung nahm er 1998 als Präsident Einsitz in der neuen Finanzkommission, wo er seine umfangreichen Kenntnisse in den Bereichen Finanzen, Subventions- und Heimwesen voll einbrachte. 1999 erarbeitete er zusammen mit den Herren Christen und Kocher die neuen Statuten, welche anlässlich der Jahresschlusssitzung des Stiftungsrates vom 7. Dezember 1999 in Kraft gesetzt wurden. In seiner Funktion als Finanzkommissionspräsident unterlagen ihm insbesondere die Budgetierung der Stiftung und der Schule, die über die Jahre hinweg und mit der Einführung des Leistungsvertrages mit dem Kanton immer anspruchsvoller wurde. In seine Amtszeit fielen auch diverse Genehmigungen wie zum Beispiel die Gewährung von Darlehen der Stiftung an die Schule namentlich in den Jahren 2003 und 2005. Auch die vom Kanton Bern neu geforderte Einführung der Kostenstellenrechnung trat unter seiner Präsidentschaft in Kraft. Nach einem Besichtigungstermin des Grundstückes des ehemaligen Blindenheims für Kinder und Erwachsene (1921–1961) in Faulensee unterzeichneten wir im Jahr 2005 unter seiner Leitung die Verlängerung des Baurechtsvertrags mit der Genossenschaft «Camping Faulenseebad» für weitere 30 Jahre, das heisst bis zum Jahr 2036. Per Ende 2008 erfolgt nun der Rücktritt von Hans– Ruedi Lüthi. Wir verlieren mit ihm einen engagierten und kompetenten Mitstreiter für die Sache unserer Stiftung.
Lieber Hans-Ruedi, wir danken dir ganz herzlich für dein langjähriges, erfolgreiches Wirken. Unsere besten Wünsche begleiten dich und deine Ehefrau in die nähere und fernere Zukunft.
Vreni Augsburger-Herzig, Stiftungsratspräsidentin

Verabschiedung von Herrn Dr. jur. Martin Kocher als Mitglied des Stiftungsrates
Im Jahr 1996 wurde Martin Kocher als Nachfolger von Beat Friedli zunächst als Sekretär und bereits ein Jahr später als Mitglied in den Stiftungsrat gewählt. 1999 erarbeitete er zusammen mit Otto W. Christen und Hans-Ruedi Lüthi die neuen Satzungen und Statuten. Ebenfalls ab 1999 engagierte er sich in der neu gegründeten Finanzkommission.
Als eidgenössisch diplomierter Steuerexperte fühlte sich Martin Kocher mitverantwortlich für die strikte Einhaltung der Budgets und den sorgfältigen Umgang nmit den immer knapper werdenden finanziellen Mitteln. Er war stets darauf bedacht, auf faire Art und Weise ein Optimum für unsere Institution herauszuholen. Nach einem Studienaufenthalt in London im Jahr 2005, wo er mit grossem Erfolg den Master of Law erwarb, stiegen seine beruflichen und politischen Verpflichtungen derart, dass er per Ende Dezember 2007 seine Demission als Sekretär einreichte. Nun, ein Jahr später, zieht er sich leider ganz aus dem Stiftungsrat zurück. Auch wenn der Stiftungsrat seinen Austritt sehr bedauert, hat er doch Verständnis, dass Martin Kocher aufgrund seiner hohen Belastung unserer Institution nicht mehr zu Verfügung stehen kann. Der Rat dankt ihm an dieser Stelle noch einmal herzlichst für seinen jahrelangen Einsatz, für all die wertvollen Anregungen sowie für sein kritisches Mitdenken und sein grosses Engagement. Martin, herzlichen Dank auch für deine Freundschaft! Unsere besten Wünsche begleiten dich auf deinem weiteren Lebensweg.
Vreni Augsburger-Herzig, Stiftungsratspräsidentin

AUS DEN ABTEILUNGEN

Abteilung Schule 2008
Auf den Beginn des Schuljahres 2008/2009 konnte das neue Schulmodell im Regelbereich umgesetzt werden. Dieses beinhaltet im Wesentlichen die Einführung einer Basisstufe für 4- bis 8-jährige Schüler/innen, einer individuellen Förderklasse sowohl auf der Primar- als auch auf der Sekundarstufe sowie die Umbenennung der Klasse OS3 in «Berufswahlklasse». In der Basisstufe erhalten die Kinder die Gelegenheit, ihrem Entwicklungsstand entsprechend gefördert zu werden. Der Übertritt in die weiterführenden Klassen kann flexibel und abgestimmt auf die individuellen Entwicklungen erfolgen. Nebst den regulären Klassen mit einer Schülerzahl zwischen 5 und 8 werden neu Kinder mit höherem individuellem Bedarf in Klassen von 4 bis 6 Schülerinnen und Schülern der individuellen Förderklasse gefördert. Grundlage für den Unterricht bildet auch hier der Lehrplan des Kantons Bern. Der neue Name der Berufswahlklasse soll verdeutlichen, was das Ziel dieser Klasse ist nämlich die intensive Auseinandersetzung mit der Berufswahl und die Vorbereitung auf das selbständige Lernen in der Berufsausbildung. Das neue Bistro-Team wird seit dem 1.8.2009 von unserem erfahrenen LPF Lehrer Alex Hergert geleitet. Carmen Brechbühl und der blinde Pädagoge Alexander Wyssmann ergänzen das Team. Das Angebot erfreut sich grosser Beliebtheit, so dass unsere Jugendlichen weiterhin wichtige Erfahrungen in der Praxis sammeln können. Wieder einmal haben unsere mehrfachbehindertsehgeschädigten Kinder und Jugendlichen mit grossem Eifer für den «Weihnachtsmärit» gebastelt.
Unter fachkundiger Anleitung sind Kerzen, Krachmandeln, Suppengemüse, Karten, Olivenbrötli, Weihnachtsguetzli etc. entstanden. Es war eindrücklich zu sehen, mit welcher Freude und welchem Engagement die jungen Künstler
ihre Ware am 13. Dezember 2008 trotz der grossen Kälte verkauft haben.
Ende Mai haben die Abschlussklassen zusammen mit dem Museum für Kommunikation, unterstützt durch den Schweizerischen Blinden- und Sehbehinderten Verband (SBV), das Projekt «Begegnung im Dunkeln» realisiert. In verschiedenen Nachmittags- und Abendveranstaltungen waren die Jugendlichen in Aktion zu sehen. Zudem verwöhnten sie die Gäste in der Dunkel-Bar. Ein Höhepunkt bildete die Theateraufführung zusammen mit der Theatergruppe der Blindenstudienanstalt aus Marburg. Verschiedene Aspekte rund um die Welt des Lichts und der Dunkelheit wurden dem Zuschauer auf eindrückliche Art und Weise näher gebracht. Auf grosses Publikumsinteresse stiessen auch die begeisternden Auftritte im Dunkeln des Komikers Andreas Thiel und der Jazz-Pianistin Irène Schweizer. Radio Blind Power begleitete die Events mit überzeugenden und unterhaltsamen Beiträgen.
Das älteste der Therapiepferde der Blindenschule ist schon seit 1991 in der Reittherapie aktiv. Der jetzt doch langsam näher rückende Generationenwechsel einerseits und der gestiegene Bedarf an Therapieeinheiten im Heilpädagogischen Reiten und in der Hippotherapie andererseits bedeuten, dass die Zusammensetzung und Ausbildung der Pferdegruppe für die langfristige Sicherstellung der Therapien weitsichtig geplant und angegangen werden. Dank des grossen Engagements des Präsidenten des Vereins Schweizer Sportpferde (VSS) Tierarzt
Hans Rudolf Reusser, ist dem Bereich der Reittherapie der Blindenschule im September ein neues Therapiepferd geschenkt worden. Das aufgeweckte und hübsche Islandpferd «Flikka» (Jg. 2006) lebt zur Zeit noch bei der Züchterfamilie im Emmental. Die Ausbildung der Stute ist ab Herbst 2010 vorgesehen. Zu der grosszügigen Spende haben nebst dem VSS folgende Spenderinnen und Spender beigetragen: Christina und Markus Ernst, Flora Keller,
Katrin Meyer, Sandra und Hans Grunder. Ihnen allen danken wir an dieser Stelle sehr herzlich.
Regula Meier

Abteilung Internat
Ein grosser Höhepunkt bildete das Internatsfest vom 5. September 2008. Gegen 200 Gäste und Mitwirkende erlebten zuerst ein individuelles Programm auf den jeweiligen Wohngruppen. Im gemeinsamen Teil entstanden kreative Bastelbilder zum Thema «vernetzt sein», welche nun den Korridor des Hauptgebäudes schmücken. Die an-
schliessende Grillparty ermöglichte viele gute Gespräche und Begegnungen. Musik- und Tanzbeiträge rundeten den gelungenen Anlass ab. Ein weiterer Höhepunkt war der Euro08-Spielnachmittag mit einer Live-Übertragung des Fussballspiels Schweiz – Türkei. Jan Billeter mit einem Fernsehteam berichtete vor und nach dem Spiel live auf SF DRS wie blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche Fussball spielen und eine Fussballübertragung verfolgen.
Die Aussenwohngruppe zügelte im Sommer von der Molkereistr. 1 in die Schulhausstr. 4. Dort konnten drei geräumige 4 ½-Zimmerwohnungen gemietet werden. Sie bieten den jungen Erwachsen in der ersten beruflichen Ausbildung ein geeignetes Umfeld, um sich in kleineren Wohngemeinschaften im eigenständigen Wohnen zu üben.
Wohngruppenausflüge sind im Jahresverlauf wichtige gemeinschaftsbildende Anlässe. Viele führen in die Natur, so erlebte die WG Surprise ein angenehmes Sitzbad in der Emme mit einem Picknick bei untergehender Sonne. Zoobesuche, Schifffahrten und die Stimmung auf einem Weihnachtsmarkt gehören für einige Wohngruppen ins Jahresprogramm. Die Jugendwohngruppen spielen gerne Bowling. Sie schätzen spezielle Ausflüge wie eine Vorlesung beim DRS 3 Privatdetektiv Malony oder bei Federica de Cesco, wild Tanzen an einem Rockkonzert, Besuche bei den Solothurner Filmtagen, der Basler Fasnacht oder im Tinguely Museum. Auch eine dynamische Draisinefahrt «Laupen
- Gümmenen retour» bei Sonne, Wind und Regen bleiben ein unvergessliches Erlebnis.
Das Internat bietet momentan 14 Ausbildungsplätze im sozialen Bereich an. Anja Reichenbach, selber stark sehbehindert, hat im Sommer bei uns die berufsbegleitende Ausbildung zur Sozialagogin (neu Fachfrau Betreuung) sehr erfolgreich abgeschlossen. Herzliche Gratulation!
Toni Mollet

Abteilung Ergänzende Angebote
Die Bereiche Fachunterricht und pädagogische Therapien haben aus organisatorischen Gründen per 1. August 2008 von der Abteilung der Begleitenden Dienste zur Abteilung Schule gewechselt. Im gleichen Zug wurde die Abteilung
Begleitende Dienste in Ergänzende Angebote umbenannt. Die Ergänzenden Angebote umfassen:
Früherziehung: Low Vision Frühförderung zu Hause, ab Geburt bis zum ersten Kindergartenjahr. Ab Sommer 2008 konnte Frau Christine Schmid als Co-Leiterin neben der bisherigen Leiterin Frau Doris Schärz verpflichtet werden.
Ambulanter Dienst: Beratung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in den Regelschulen und in der ersten beruflichen Ausbildung sowie von mehrfachbehindert-sehgeschädigten Kindern und Jugendlichen, die in heilpädagogischen Sonderschulen zur Schule gehen.
Medizinische Therapien: Diese umfassen die Gebiete der Ergo-, Physio- und Hippotherapie. Dieser Bereich steht seit Sommer 2008 unter der Leitung von Frau Claudia Ferdinand, Physiotherapeutin. In der Ergotherapie wurde ebenfalls auf Sommer 2008 erstmals eine feste Anstellung getätigt. Neu ist die Ergotherapeutin Frau Fabienne Stettler mit an Bord. Der Um-/Neubau schaffte für alle drei Bereiche neuen Raum. Schon auf Ende 2007 konnte im dritten Stock des Hauptgebäudes das moderne und helle Therapiezentrum bezogen werden. Die Bereiche Früherziehung und Ambulanter Dienst erhielten per Sommer 2008 im neu erstellten Erweiterungsbau gemeinsam ein äusserst modernes und grosszügiges Grossraumbüro mit zugehörigem Réduit und Sitzungszimmer.
Am 10. Mai fand der gemeinsame Elternanlass des Ambulanten Dienstes und der Früherziehung statt. Wir haben Expertinnen und Experten eingeladen, die andere unterstützende Angebote für Sehgeschädigte vorstellten.
Am 30. August, einem sommerlichen Samstagnachmittag, haben sich 25 Eltern und 27 Kinder zum Eltern- und Spielnachmittag des Ambulanten Dienstes sowie der Früherziehung auf dem Gelände der Blindenschule eingefunden.
Am 23. Oktober besuchte das Team des Ambulanten Dienstes auf seinem Ausflug unsere «Niederlassung» im Wallis. Am 14. November referierte Rechtsanwalt Daniel Schilliger anlässlich der Elternfortbildung zum Thema IV «Was steht meinem Kind zu?» Teilgenommen haben 25 Eltern und 7 Mitarbeitende.
Toni Mollet

Abteilung ZD 2008
Im Sommer 2008 erfolgten weitere Schritte im bereits 2007 gestarteten Aufbau der neuen Abteilung Zentrale Dienste. Im Rahmen der Reorganisation des Informatik- Supportes wurde eine neue zentralisierte Informatiker-
Stelle geschaffen. Diese löst die bisherigen Insellösungen im Support ab.
Zudem konnte per 1. September 2008 die dipl. Grafik Designerin Frau Silvia Brüllhardt als neue Leiterin des Bereiches Lehrmittel anstellt werden. Somit ist nun auch in diesem Bereich die im neuen Führungsmodell vorgesehene Bereichsleitung realisiert.
Im Bereich Hauswirtschaft kam es in der bereits bestehenden Bereichsleitung im Sommer 2008 ebenfalls zu einer Neuanstellung. Als neue Leiterin wurde die ausgebildete HBL Frau Regula Theilkäs gewählt.
Stefano Amati

BAUPROJEKT 2008

Seit ihrer Gründung im Jahre 1837 hat die Stiftung für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche mehrmals ihr Domizil gewechselt. Im Jahr 1961 zog die Blindenschule von Spiez nach Zollikofen, wo ein neues Schulhaus und ein Hauptgebäude mit Wohnheim erstellt wurde. 1972 wurde die Anlage mit Gruppenhäusern einem Anbau an das Hauptgebäude und einer Erweiterung des Schulhauses ergänzt. Zwölf Jahre später startete die Schule für mehrfachbehindert-sehgeschädigte Kinder im ersten und zweiten Obergeschoss des Hauptgebäudes. Damit erhielten die freigewordenen Räumlichkeiten des ehemaligen Wohnheims einen neuen Nutzungszweck. Mit der Zunahme der Schülerzahlen und der Zunahme des Behinderungsgrades der Kinder gelangte der Betrieb mit
dem bestehenden Raumangebot an Grenzen. Die Blindenschule Zollikofen ist schweizweit die grösste Einrichtung für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche und das einzige Zentrum, welches sich ausschliesslich auf die Blinden- und Sehbehindertenpädagogik konzentriert und gleichzeitig ein umfassendes Angebot von Geburt bis zum Abschluss der ersten beruflichen Ausbildung macht.

Aufgrund dieser Entwicklungen wurde die bestehende Gesamtplanung im Jahre 2004 in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Rolf Mühlethaler überarbeitet. Das nun abgeschlossene Bauprojekt umfasst die folgenden Teilprojekte aus der erwähnten Gesamtplanung:
Renovation und Erweiterung der Schule Regelbereich
Renovation und Anpassungen an die Hindernisfreiheit Schule MFB
Hindernisfreier Verbindungsgang zwischen Hauptgebäude und Schulhaus (Aufnahme ins Teilprojekt 2)
Die Baukosten von rund 9 Mio. Franken werden von Bund, Kanton und der Stiftung getragen.

Bauzeit

Im April 2006 hat der Regierungsrat des Kantons Bern die Ausführung der Teilprojekte 1 und 2 bewilligt. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2008. Dank minutiöser Planung und der Verlegung der intensiven Bauphasen auf die Schulferienzeiten konnte ein Umzug des Betriebs vermieden werden. Die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck von der Intensität der Bautätigkeit.

Und so hat sich unser Haus verändert

Teilprojekt 1: Im neuen Erweiterungsbau hat es Platz für den dringend benötigten Schulraum welcher in den vergangenen 10 Jahren durch ein Provisorium (Pavillon) bereit gestellt wurde. Das Schulhaus wurde renoviert, die Grundrisse dem neuen Schulmodell angepasst, die Toilettenanlagen rollstuhlgängig gemacht. Ein neuer Aussenlift
und der Lift im Erweiterungsbau verbinden alle Stockwerke hindernisfrei.
Teilprojekt 2: Die Nasszonen wurden, soweit es in den bestehenden Grundrissen möglich war, den Anforderungen an das behindertengerechte Bauen angepasst. Die Therapieräume wurden aus Platzgründen aus dem Schulbereich in das dritte Obergeschoss verlegt. Ein neuer Aussenlift mit höherer Transportkapazität gibt Entlastung zu den
Hauptverkehrszeiten.
Der neue Verbindungstrakt im Eingangsbereich und der Ersatz von Flügeltüren durch elektrische Schiebetüren ermöglichen den hindernisfreien Verkehr zwischen Hauptgebäude und Schulhaus. Im Rahmen der beiden Teilprojekte wurden weitere wichtige Ziele erreicht: Ersatz der Brandmeldeanlage, IT-Gesamtvernetzung, Verbesserung der sehbehindertengerechten Beleuchtung und des Blendschutzes, Neugestaltung der Parkierung und
Anlieferung sowie die notwendigen Umgebungsarbeiten.

Mit dem neuen Farbkonzept entstand ein schöner Bezug zu den Farben der Umgebung. Gleichzeitig wurde auf optimale Kontraste als Orientierungshilfe für Sehbehinderte geachtet. In Berücksichtigung der Blendempfindlichkeit vieler Sehbehinderter spenden die neuen Leuchtquellen indirektes Licht und dienen ausserdem als visuelle Leitlinien.
Besonders innovativ ist dies in den Treppenhäusern gelungen, wo die Lichtquelle in den Handlauf integriert
wurde. So wird der Raum durch blendfreies Licht erhellt und die Treppenstufen werden direkt beleuchtet.

Einblick in die neuen Räumlichkeiten Mit grosser Freude konnten die neuen und renovierten Räumlichkeiten etappenweise in Betrieb genommen werden. Die Rückmeldungen der Benutzer und der Besucher fallen sehr positiv aus. Letzte Abschlussarbeiten werden noch im Betriebsjahr 2009 ausgeführt. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Baukosten den Rahmen der bewilligten Kredite nicht überschreiten werden. Allen am Erfolg des Projektes Beteiligten sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Dazu gehören die zuständigen Stellen von Bund und Kanton sowie
die Spenderinnen und Spender, welche durch die finanziellen Beiträge das Projekt überhaupt ermöglicht haben. Dazu gehören auch die Unternehmungen mit all ihren flexiblen und einsatzbereiten Fachkräften sowie das Architekturbüro Rolf Mühlethaler und sein kompetentes Team. Aber auch die Schülerinnen und Schüler und die Mitarbeitenden der Blindenschule haben mit vielen Anregungen, tatkräftiger Unterstützung und grosser Geduld im
Umgang mit baulichen Einschränkungen zum Erfolg beigetragen.
Seit der Eingabe des nun abgeschlossenen Bauprojekts haben sich im Hinblick auf die noch anstehenden Teilprojekte neue Erkenntnisse ergeben. So hat sich die erwartete Zunahme bei der Zielgruppe der mehrfachbehindert-sehgeschädigten Kinder bestätigt und auch die Schule Regelbereich und das Wohnheim sind maximal ausgelastet. Der Schweregrad der Behinderungen nimmt wie erwartet zu, doch die Kapazitäten im Hauptgebäude lassen sich nicht weiter anpassen. Zwei Gruppenhäuser haben einen hohen Renovationsbedarf,
zwei weitere sind noch nicht behindertengerecht umgebaut. Für die Mittagsbetreuung unserer Tagesschüler
kann nun der frei gewordene Pavillon bezogen werden, womit der in den letzten Jahren entstandene Platzbedarf erneut durch ein Provisorium abgedeckt werden muss. Die Aussenwohngruppen für Jugendliche in der ersten beruflichen Ausbildung müssen weiterhin zugemietet werden.
An den Gebäudeteilen aus dem Jahre 1960, welche in den beiden abgeschlossenen Teilprojekten nicht tangiert waren, stehen altersbedingt Investitionen an. Aufgrund dieser Entwicklung werden wir nun die noch ausstehenden Teilprojekte der Gesamtplanung aus dem Jahre 2004 überarbeiten und die Prüfung der Realisierungsmöglichkeiten zügig angehen.

Diese Seite drucken